Spielsucht in Österreich: erkennen und Hilfe finden
Rund 64.000 Menschen zwischen 14 und 65 Jahren spielen in Österreich problematisch oder pathologisch (1,1 %, Repräsentativerhebung 2015). Hilfe gibt es in jedem Bundesland; österreichweit erreichbar ist die Spielsuchthilfe unter 01 544 13 57, kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch anonym. Das Finanzministerium hält fest: Spielsucht ist eine Krankheit, und sie ist heilbar.
Wer diese Seite liest, fragt sich vielleicht, ob das eigene Spielen oder das eines nahestehenden Menschen noch im Rahmen ist. Diese Frage zu stellen ist bereits ein wichtiger Schritt. Hier finden Sie, was über Spielsucht in Österreich bekannt ist, woran man sie erkennt und wo es Hilfe gibt, in Wien genauso wie in Vorarlberg oder im Burgenland.
Wie viele Menschen in Österreich betroffen sind
Die umfangreichste Erhebung ist die österreichische Repräsentativbefragung von 2015: 10.000 Menschen zwischen 14 und 65 Jahren wurden vom Gallup-Institut telefonisch befragt, nach derselben Methode wie schon 2009. Die wichtigsten Ergebnisse:
| Ergebnis der Erhebung 2015 | Wert |
|---|---|
| Haben in den letzten 12 Monaten um Geld gespielt | 41 % |
| Problematisches oder pathologisches Spielverhalten (DSM-IV) | 1,1 %, etwa 64.000 Menschen |
| davon Männer / Frauen | 1,6 % / 0,5 % |
| in der Altersgruppe 14 bis 30 Jahre | 1,8 % |
| pathologisch unter Automatenspielenden in Spielhallen und Lokalen | 21,2 % |
| kennen jemanden mit einem Glücksspielproblem | 16,5 % |
Diese Zahlen sind über zehn Jahre alt, und das sollte man offen sagen. Eine Studie der Gesundheit Österreich GmbH im Auftrag des Finanzministeriums kam 2018 zu dem Schluss, dass Aussagen zur Verbreitung von Spielproblemen in Österreich nur mit Vorsicht und ungenau getroffen werden können. Eine neuere Befragung aus den Jahren 2020 und 2021 (veröffentlicht 2026 in der Fachzeitschrift neuropsychiatrie, 3.658 Befragte) fand, dass ein Fünftel der Spielenden online spielt, unter den Menschen mit hohem Risiko aber die Hälfte, und nennt Online-Slots und Sportwetten als die riskantesten Spielformen.
Neun Fragen, die Sie sich stellen können
Fachleute stützen die Diagnose auf neun Kriterien aus dem DSM-5, einem internationalen Diagnosehandbuch. Umformuliert als Fragen an sich selbst, bezogen auf die letzten zwölf Monate:
- Brauche ich höhere Einsätze, damit sich Spielen noch spannend anfühlt?
- Werde ich gereizt oder unruhig, wenn ich weniger spiele oder aufhören will?
- Habe ich mehrmals versucht, einzuschränken, und es nicht geschafft?
- Kreisen meine Gedanken oft ums Spielen, um vergangene Runden oder die nächste?
- Spiele ich vor allem dann, wenn es mir schlecht geht?
- Spiele ich weiter, um verlorenes Geld zurückzuholen?
- Verschweige oder beschönige ich, wie viel ich spiele oder verliere?
- Habe ich wegen des Spielens eine Beziehung, den Job oder die Ausbildung gefährdet?
- Musste mir schon jemand Geld leihen, weil ich durch das Spielen knapp war?
Treffen vier oder mehr Punkte zu, spricht man von einer Störung durch Glücksspielen; je mehr zutreffen, desto schwerer. Aber schon ein oder zwei Ja-Antworten sind ein guter Grund, mit jemandem darüber zu reden. Die Fragen ersetzen keine Diagnose; sie helfen, das Gespräch zu beginnen.
Hilfe in Österreich
Das Finanzministerium führt eine Liste von Beratungs- und Behandlungseinrichtungen in allen neun Bundesländern. Eine Auswahl, jeweils mit einer Anlaufstelle pro Land:
| Bundesland | Einrichtung | Telefon |
|---|---|---|
| österreichweit | Spielsuchthilfe, Stolberggasse 26, Wien | 01 544 13 57 |
| Wien | Anton Proksch Institut | 01 880 10-0 |
| Niederösterreich | Anonyme Spieler Österreich (Selbsthilfe) | 0660 123 66 74 |
| Oberösterreich | Kepler Universitätsklinikum, Ambulanz für Spielsucht, Linz | siehe Liste des BMF |
| Salzburg | Christian Doppler Klinik, Spielsuchtambulanz | siehe Liste des BMF |
| Steiermark | b.a.s. Steirische Gesellschaft für Suchtfragen, Graz | 0316 82 11 99 |
| Kärnten | Spielsuchtambulanz de La Tour, Villach | 04242 24 368 |
| Tirol | Suchthilfe Tirol | 0512 580080 |
| Vorarlberg | Ambulanz des Krankenhauses Maria Ebene, Frastanz | siehe Liste des BMF |
| Burgenland | Psychosozialer Dienst Nord, Neusiedl am See | siehe Liste des BMF |
Die vollständige Liste mit allen Adressen, auch für Schuldnerberatung und Suchtprävention, steht beim Finanzministerium. Die Beratung der Spielsuchthilfe ist kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch anonym. Wer lieber mit Menschen spricht, die dasselbe erlebt haben, findet bei den Anonymen Spielern Selbsthilfegruppen.
Ein erster Anruf muss nichts entscheiden. Es reicht zu sagen, dass man sich Sorgen macht, und zu fragen, welche Möglichkeiten es gibt, ambulant, stationär oder in einer Gruppe.
Sperren: was heute geht und was kommen soll
Eine Sperre kann helfen, Zeit zu gewinnen. In Österreich ist sie derzeit Sache der einzelnen Anbieter, und die Sperren sind nicht miteinander verknüpft:
- Casinos Austria und WINWIN: Selbstsperre für 6 oder 12 Monate oder unbefristet. Gültig spätestens ab dem nächsten Werktag. Sperren mit 6 oder 12 Monaten können nicht vorzeitig aufgehoben werden.
- win2day: Selbstsperre auf unbestimmte Zeit, mindestens 6 Monate, gültig ab der Bestätigung per E-Mail.
- Aufhebung unbefristeter Sperren: nur auf Antrag beim jeweiligen Anbieter, nach Prüfung durch dessen Responsible-Gaming-Team.
Wer bei mehreren Anbietern gesperrt sein möchte, muss bei jedem einzeln einen Antrag stellen. Das soll sich ändern: Die geplante Reform des Glücksspielgesetzes sieht ab 1. Jänner 2027 ein zentrales Sperrregister vor, das für alle konzessionierten Anbieter gilt, dazu verpflichtende anbieterübergreifende Einzahlungslimits. Was die Reform sonst vorsieht, fassen wir unter Online Casino in Österreich: legal? zusammen. 83 % der Befragten sprachen sich schon 2015 für eine solche spielartübergreifende Sperre aus.
Wenn jemand in Ihrer Nähe spielt
Glücksspielprobleme betreffen selten nur eine Person. Jede sechste befragte Person kannte 2015 jemanden mit einem Glücksspielproblem.
Als Angehörige oder Angehöriger dürfen Sie sich selbst Unterstützung holen, auch wenn die betroffene Person noch keine Hilfe möchte. Fragen Sie bei einer der Stellen oben nach, ob sie Gespräche für Angehörige anbietet. Hilfreich ist meist, Geld und Schulden nicht stillschweigend zu übernehmen, die eigenen Grenzen klar zu benennen und das Gespräch in einem ruhigen Moment zu suchen, nicht direkt nach einem Verlust.
Häufige Fragen
Wie viele Menschen sind in Österreich spielsüchtig?
Wo bekomme ich in Österreich Hilfe bei Spielsucht?
Woran erkenne ich eine Spielsucht?
Kann ich mich in Österreich überall gleichzeitig sperren lassen?
Kann ich eine Selbstsperre bei Casinos Austria vorzeitig aufheben?
Ist Spielsucht heilbar?
Informationen geprüft am 24. September 2026 (Repräsentativerhebung 2015, GÖG, Finanzministerium, playsponsible.at, Parlament). Diese Seite ersetzt keine medizinische oder psychologische Beratung. In einer akuten Krise wählen Sie den Notruf 144 oder die Telefonseelsorge unter 142.